Beim FDM-3D-Druck lohnt es sich, Wandstärken schon im CAD richtig zu planen. Sehr viele Drucker arbeiten mit einer 0,4 mm Düse, daher sollten Wanddicken idealerweise ein Vielfaches der Extrusionsbreite sein. Also z. B. 0,8 mm, 1,2 mm oder 1,6 mm usw.

Warum das wichtig ist: 

Der Slicer baut Wände aus Linienbahnen auf. Wenn die Wandstärke nicht exakt passt, muss er Teilbahnen berechnen oder die Extrusionsbreite anpassen. Dadurch kann der Druckkopf langsamer werden, weil der Materialfluss ständig variiert. Gleichzeitig schwankt der Druck in der Düse, was zu ungleichmäßiger Extrusion und zu unschönen Oberflächen führen kann.

Saubere Vielfache der Düsenbreite führen dagegen zu konstantem Materialfluss, stabilen Wänden und gleichmäßigerem Druckbild.


Für die Praxis gilt:

  • 0,8 mm (2 Wandlinien bei 0,4 mm Düse) ist meist das Minimum für stabile Wände
  • 1,2 mm (3 Wandlinien) liefert ein gutes Verhältnis aus Stabilität, Gewicht und Druckzeit
  • Bei stärker belasteten Teilen sind 1,6 mm (4 Wandlinien) oder mehr sinnvoll


Aber:

Zu dicke Wände können sich negativ auf Spannungen im Bauteil und auf Verzug auswirken. Außerdem steigt der Materialverbrauch deutlich, während die Stabilität meist nur noch geringfügig zunimmt bei gleichzeitig längerer Druckzeit.


Fazit

Plane Wandstärken im CAD so, dass sie exakt zu deiner Düse und Extrusionsbreite passen. Das sorgt für gleichmäßige Extrusion, stabile Wände und ein sauberes Druckbild ohne unnötige Material- oder Zeitverluste.